Das etwas andere Verständnis von Luxus

Nicht um euch abzuschrecken, sondern um euch bewusst zu machen, in welchem Luxus wir in Industrieländern wie Deutschland leben, hier einmal ein paar Luxusgüter, die für uns selbstverständlich wirken: Wasser!! Grundlage für Leben! “Wenn mans doch abkocht, dann passt doch alles..”, könntet ihr sagen. Aber es ist hier leider so, dass nicht jedes Haus an Leitungen angeschlossen ist. Auch Piñami Chico hat teilweise nur abends Wasser. Deswegen mussten wir jetzt in letzter Zeit oft in benachbarte Gärten von Familien des Projektes gehen und uns in Eimern und Fässern Wasser fürs Kochen, Spülen, usw. holen. Selbst im Pfarreizentrum gab es in den letzten Wochen schon öfters kein Wasser mehr. Mittlerweile ist der erste Handgriff frühs bei der Arbeit das Aufdrehen des Wasserhahns! Meist folgt dann der ernüchternde Spruch: No hay aqua. Das sollte sich jetzt ändern, denn wir wollen den einen Wasserhahn mit einem 650Liter Tank verbinden. Aber es kann noch viel schlimmer kommen. Es gibt Dörfer, die überhaupt keinen Wasseranschluss haben, da kein Fluss in der Nähe fließt. Die Bewohner müssen ihr gesamtes Wasser immer aus dem “benachbartem” Dörfchen holen. Andere benutzen und leben von ihrem Flusswasser. Ein weiteres Luxusgut ist die Waschmaschine. Im Fluss waschen wird genauso praktiziert wie das häufige Handwaschen. Waschmaschinen haben die wenigsten. Wir können den Luxus genießen, da der Padre glücklicherweise eine hat. Allerdings natürlich nur mit kaltem Wasser 😉 Aber das erspart uns das ewige Waschen per Hand, wie es auch viele andere Freiwillige machen müssen.
Dass Süßigkeiten hier auch Reichtum bedeutet, zeigen allein schon die Preise für Schokoladen(15Bs) oder Gummibärchen(22Bs). Im Vergleich dazu bekommt man für 8 Bs ein Kilo Kartoffeln. Daheim würde ich nicht so viel darüber nachdenken, wenn ich mir mal was Süßes gönne, aber hier überlegt man sich es doch dreimal, ob man wirklich die Packung mitnimmt oder doch lieber nicht…