traditionelle bolivianische Feiern

Da wir die Neuen sind, die dazu noch aus Deutschland sind, werden wir immer wieder zu kleinen Festen oder zum Essen eingeladen. Die erste Einladung war für eine Hochzeit. Hier ist es typisch, dass jeder Gast einen nächsten einladen darf und der mit Tanzpartner kommen darf, also kann das Brautpaar eigentlich am Ende gar nicht wissen, wer alles eingeladen ist und wie viele überhaupt kommen. Aber da die traditionelle Hochzeit sich sowieso hier über drei volle Tage erstreckt, ist es nicht ganz so schlimm. Dann ist jeden Tag volles Haus. Unsere Hochzeit war eine relativ vornehme, da der Saal riesig war, eine Liveband musizierte, zusätzlich riesige Festivalboxen für Musik sorgten und die Hochzeitstorte einfach aus mindestens zehn einzelnen bestand! Es war sehr interessant, all das mitzuerleben und ein Teil der bolivianischen Kultur hautnah zu erfahren.
Am nächsten Tag war auch gleich noch Tag von Cochabamba, bei dem es neben einem besonderem Gottesdienst mit Prozession noch ein großes Essen im Gemeindezentrum neben der Kirche gab. Aber da die Bolivianer ja nicht dumm sind, und der Feiertag auf einen Sonntag gefallen ist, haben sie den Feiertag gleich auf Montag verschoben, um noch einen Tag frei zu haben 🙂
Eine Woche später waren wir zur Taufe von Elis Sohn eingeladen. Diese wurde in einem ziemlich kleinen Rahmen gefeiert, da solche Feiern immer sehr viel Geld kosten! Aber gerade solche kleine Feiern sind sehr nett und man kann viele neue Bolivianer kennenlernen und mit ihnen so gut es geht ins Gespräch kommen. Oder man lernt z.B. unsere Projektleiter besser kennen.
Letztes Wochenende sind wir mit der Pfarrei auf eine Wallfahrt gefahren. Nach… Copacabana! Also das bolivianische Copacabana. Dort war es richtig schön! Wir sind zwar über Nacht mit dem Bus hingefahren und mussten in El Alto, La Paz umsteigen und es war mega kalt in den Bergen und ich konnte nicht wirklich schlafen, weil der Bus so rasant gefahren ist und generell in den Kurven überholt hat, in der Hoffnung, es kommt kein klappriger Laster entgegen, ABER als wir in Copacabana angekommen sind, war der Ausblick auf den Titicacasee (dem bolivianischem Meer 😀 ) atemberaubend. Auch das kleine Städtchen in der Bucht wirkte auf Anhieb ziemlich nett. Die stolze Höhe von fast 4000m habe ich nicht wirklich gemerkt, allerdings am nächsten Tag die Höhensonne, von der wir alle -zumindestens wir vier Freiwilligen- einen schönen Sonnenbrand bekommen hatten. Neben der Messe und einer Prozession gab es noch einen Kreuzweg auf einen nahegelegenen Berg, von da wir eine wunderschöne Aussicht über den See und die Stadt hatten. Vielleicht verlocken ja ein paar Bilder den ein oder anderen Boliviens Vielfalt und Schönheit selbst zu entdecken und sehen zu wollen 🙂

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